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Der ökologische Fußabdruck: Ein Nachhaltigkeits-Indikator

Der ökologische Fußabdruck ist ein Indikator für die Nachhaltigkeit einer individuellen Person. Er ist also je nach Mensch und persönlichem Verhalten unterschiedlich. Dabei beschreibt er die Größe der Fläche, die nötig ist, um alle Ressourcen für die Bedürfnisse eines bestimmten Menschen bereitzustellen. Der ökologische Fußabdruck kann jedoch auch für ganze Länder oder Nationen im Durchschnitt berechnet werden. 

Fußabruck Illustration Kiss My World

Wie setzt sich der ökologische Fußabdruck zusammen?

Der ökologische Fußabdruck beschreibt die Flächengröße, die nötig ist, um alle Ressourcen für eine Person bereitzustellen. Dabei kann der Wert natürlich sehr stark von Person zu Person schwanken. Denn wir Menschen gehen alle anders mit unseren Ressourcen um. Indikatoren für die Berechnung des Wertes können ganz verschieden sein: Die Art und Weise wie man im Eigenheim lebt, was und wieviel man von natürlichen Ressourcen isst, wie oft und wie man verreist oder auch wie oft man sich neue Kleidung kauft. All das und mehr spielt in die Berechnung der benötigten Ressourcenfläche mit hinein. Der CO2-Fußabdruck ist also sehr variabel. Dabei unterscheidet er sich nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch gravierend von Nation zu Nation.

Unterschiedliche Orte – unterschiedliche Bedingungen

Während Menschen aus westlichen Industrieländern häufig im Überfluss leben und sich vor dem vielfältigen Warenangebot in den Supermarktketten kaum mehr retten können, müssen Menschen andernorts mit viel weniger auskommen. Wir haben hier in Deutschland z.B. den Luxus, dass kaum jemand hungern muss. Wir haben genügend Lebensmittel aller Art zur Verfügung, können unseren Wasserhahn aufdrehen, um an sauberes Trinkwasser zu gelangen und können mit verschiedenen Verkehrsmitteln unsere alltäglichen Wege antreten. Das ist aber nicht überall so.

Wenn alle Menschen so leben würden wie wir Deutschen (im Durchschnitt), dann bräuchten wir tatsächlich 2,9 Erden! Das heißt, wir leben hier eigentlich sehr über unserem Soll. Wenn alle Menschen so leben würden wie in Indien, dann benötigten wir nur 0,7 Erden – also weniger als wir tatsächlich zur Verfügung haben! Die USA sind absoluter Spitzenreiter, denn lebten wir wie sie,  benötigten wir sage und schreibe 5 Erden…

Weit über dem Durchschnitt

Die durch den Fußabdruck berechnete Fläche wird in gha, also in Globalen Hektar angegeben. “Ein globaler Hektar entspricht einem global standardisierten, vergleichbaren Hektar mit durchschnittlicher biologischer Produktivität.” (Quelle: ifu Hamburg). Weltweit haben wir eine berechnete Fläche von 1,6 gha zur Verfügung. Diese Fläche bezieht sich jedoch nur auf die Erdenbürger, Tier- und Pflanzenwelt sind hier noch nicht mit eingeschlossen. Deshalb ist es wichtig, den Wert eigentlich noch niedriger zu fassen, um einen sinnvollen ökologischen Fußabdruck zu berechnen, bei dem alle Lebewesen inkludiert werden.

In Deutschland liegt der Verbrauch übrigens bei etwa 4,9 gha. Wir befinden uns also weit über dem sinnvollen Durchschnitt. Das bedeutet, dass wir mehr darüber nachdenken sollten, wie wir uns verhalten und welche Standards wir vielleicht in Zukunft etwas herunterschrauben können.

Fußabruck Strand Kiss My World

Was können wir verändern?

Etwas zu ändern ist im Prinzip gar nicht so schwer. Klar, es kostet anfangs sicherlich Kraft und Überwindung, aus seinen alten Gewohnheiten auszubrechen. Aber am Ende sollte sich dieser Schritt zum Wohle der Umwelt doch sicherlich lohnen!
Ganz klar: Wir können und müssen überhaupt nicht auf all unseren Luxus verzichten. Aber teilweise können wir der Umwelt bereits mit wenigen Kleinigkeiten unter die Arme greifen. Hier kommen ein paar Ideen:

Mobilität

Viele Strecken, die wir im Alltag zurücklegen, können ganz einfach zu Fuß, mit dem Rad oder mit den Öffis erledigt werden. Trotzdem greifen wir häufig aus Bequemlichkeit zum Auto, wenn wir einkaufen, in die Stadt oder zur Arbeit fahren wollen. Vielleicht fahren wir aber auch noch zu Bekannten und bringen die Kinder noch zum Sportverein. Viele unserer Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Wenn wir alleine 30% dieser Fahrten einsparen würden, dann könnten wir pro Jahr ca. 2,5 Mio. Tonnen CO2 einsparen!
Anders ist es aber mit dem Reisen. Dort gilt tatsächlich: Nimm lieber das Auto als den Flieger. Denn Fliegen zieht eine enorme CO2-Bilanz mit sich. Am besten ist es natürlich, wenn Fernreisen per Bahn oder Fernbus absolviert werden würden.

Das Eigenheim

Auch wenn man es immer wieder hört und liest: Wasser und Strom zu sparen hilft nicht nur dem Portemonnaie. Wir sollten sinnvoll und gewissenhaft mit unseren Ressourcen umgehen. Dazu zählt eben auch, nicht unter fließendem Wasser abzuspülen, nicht 30 Minuten täglich unter der Dusche eine bühnenreife Performance hinzulegen oder Elektrogeräte 24/7 an der Steckdose zu lassen. All diese Kleinigkeiten helfen dabei, den ökologischen Fußabdruck zu senken. Ebenso das Heizen sollte in einem humanen Rahmen stattfinden, sodass die eigene Wohnung nicht plötzlich zur persönlichen Sauna wird. Allein den Thermostat um 1-2 Grad nach unten zu drehen, macht viel aus.

Ernährung

Auch bei der Ernährung lässt sich einiges verändern. Bei einer vegetarischen oder veganen Ernährung wird eine riesige Menge an CO2 eingespart! Ein radikaler Verzicht auf tierische Lebensmittel ist zwar löblich, aber noch lange kein Muss. Es ist hilfreich auf eine ausgewogene Ernährung, die vielleicht sogar auf saisonalen und regionalen Lebensmitteln aufbaut, zu achten und zu dem ein oder anderen Bio-Produkt zu greifen. Vielleicht lässt sich ja auch mal der ein oder andere vegetarische oder vegane Tag in der Woche einführen?

Konsum

Schon wieder ein neues Paar Schuhe? Und ist der Luxus-Urlaub im All-Inclusive Hotel unbedingt notwendig? Vielleicht doch lieber selber kochen als schon wieder Essen zu bestellen? Denn all diese Dinge können der Umwelt massiv schaden. Nicht nur, dass mit vielen dieser Dinge sehr viel Müll entsteht, sondern auch das CO2 steigt durch übermäßigen Konsum weiter an. Secondhand-Mode und geplante Einkäufe wirken einem überdurchschnittlich hohen Konsum entgegen.

Vieles ist möglich, wir müssen es nur tun!

Dies war das Motto vom BUND Jugend für eines ihrer Projekte. An diesem sollten wir uns vielleicht alle mehr orientieren und uns diese Worte mehr zu Herzen nehmen. Denn oft ist es lediglich unser innerer Schweinehund, der uns von neuen Dingen und Taten abhält. Manchmal gilt es, diesen zu überwinden und sich auf Neues und Ungewisses einzulassen, damit am Ende Gutes geschehen kann.

Quellen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/588224/umfrage/oekologischer-fussabdruck-der-laender-mit-den-hoechsten-werten/

https://www.regenwald-schuetzen.org/regenwald-wissen/biodiversitaet/was-ist-der-oekologische-fussabdruck

https://www.bundjugend.de/oekologischer-fussabdruck/.

https://klima-kollekte.de/vermeiden-reduzieren/oekologischer-fussabdruck

https://www.fussabdruck.de/oekologischer-fussabdruck/ueber-den-oekologischen-fussabdruck/

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